Das Netzwerk Richtige Literatur im Falschen kommt in unregelmäßigen Abständen zusammen, um über Schreiben und Literatur im Kapitalismus zu sprechen.

Das Netzwerk hat sich 2015 als loser Diskussionszusammenhang in Berlin gegründet. Im Zentrum der Debatten steht die Frage nach einer politisch-engagierten, realistischen Literatur heute.
Eine Besonderheit ist, dass dabei Autor:innen und Wissenschaftler:innen verschiedener Disziplinen aufeinandertreffen, um von ihren jeweils verschiedenen Perspektiven aus die Themen zu betrachten.


30.09.21 – 02.10.21

Literatur und ökologische Praxis (Richtige Literatur im Falschen VI)

Ort: Jüdisches Museum Franken | Königstraße 89, 90762 Fürth | Tel.: 0911-950988-0 | E-Mail: info@juedisches-museum.org

Konzept: Leonhard F. Seidl, Ingar Solty, Dr. Enno Stahl

Organisation: Leonhard F. Seidl, Dr. Enno Stahl

Für nähere Informationen und Kooperationen, siehe Flyer

Do., 30.09.21

A: Schreiben im Naturzustand

10.00-12.00 Uhr: Sektion 1 – Ökologische Narrative

1. Prof. Dr. Hubert Zapf (Augsburg): Literatur als (kultur-)ökologische Praxis
2. Dr. Enno Stahl (Neuss): Natur und Ökologie in der Literaturgeschichte (von Walden bis Bachér)


12.00-14.00 Uhr: Mittagspause

Do., 30.09.21

B: Ökologie und kapitalistisches Leben

14.00-16.00 Uhr: Sektion 2 – Anthropozän oder Kapitalozän? Kapitalismus und die Krise der gesellschaftlichen Naturverhältnisse

1. Norbert Niemann (München): Über die Neuinterpretation des Robinson Crusoe-Stoffes in Michel Tourniers Roman von 1967 „Freitag oder: Im Schoß des Pazifiks“

2. Lena Pfeifer (Heidelberg): Die Macht des Menschen und die Kraft des Menschlichen im Anthropozän

16.00-16.30 Uhr: Kaffeepause

16.30-18.30 Uhr: Sektion 3 – System Change not Climate Change: Klimakrise – Klimabewegung – Alternativen 

1. Rhonda Koch (Berlin): Nachrichten aus der Klimabewegung

2. Michael Wildenhain (Berlin): Schreiben in einer Bewegung? 

20.00 Uhr: Abendveranstaltung / Diskussion: 

Vortrag: Prof. Kathrin Röggla (Berlin/Köln): Die Zukunft beginnt immer jetzt! Über das prekäre Ineinander von Konkretion, Narrativen und Abstraktion im Zeitalter der ökologischen Katastrophen

Diskussion: Imperiale Lebensweise? Streitgespräch zu einem Theorem 

Prof. Dr. Markus Wissen (Berlin), Dr. Thomas Sablowski (Frankfurt)

Moderation: Julia Ingold 


Fr., 01.10.21

C: Ökologie und literarische Praxis

8.30-10.30 Uhr: Sektion 4 – Literatur und Klimakrise: Wie schreibt man als Frosch im kochenden Wasser? Sujets – Genres – Narrationen

1. Christian Schloyer (Nürnberg): Echoraum der Krise: Entscheidungsstrukturen und Science-Fiction in der Lyrik (poetologischer Erfahrungsbericht) 

2. Zara Zerbe (Kiel): Einsame Insel oder Untergrund? Ein Werkstattbericht 

10.30-11.00 Uhr: Kaffeepause 

11.00-13.00 Uhr: Sektion 5 – Literatur und Umweltbewegung: Wer schreibt heute in und aus der Bewegung? 

1. Dr. David Salomon (Darmstadt): Agitprop und Umwelt

2. Stefan Schmitzer (Graz): Schreiben für die Umwelt: Wie ökologisch ist das Schreiben selbst? 

13.00-14.00 Uhr: Mittagspause

14.00-16.00 Uhr: Sektion 6 – Ist die Klimakatastrophe überhaupt noch abzuwenden? Die Welt von morgen und die Literatur

1. Ingar Solty (Berlin): Zukünftige Formationen
2. Dr. Thomas Wagner: Das Erwachen der Nanobots. Wenn das Silicon Valley von der Zukunft des Planeten erzählt

16.00-16.30 Uhr: Kaffeepause

16.30-18.30: Sektion 7 – Nature Writing/ Natur schreiben


1. Julia Ingold (Bamberg): Will die Erde Gnade oder freies Geleit? Der schleichende Tod der Natur/lyrik
2. Leonhard F. Seidl (Fürth): Nature Writing in Tradition und Gegenwart

20.00 Uhr: Abendprogramm


Diskussion: Ökologisches Engagement und Literatur

Pauline Füg (Fürth), Dr. David Salomon (Darmstadt), Prof. Dr. Ludwig Fischer (Hamburg), Thomas Zeitler (Nürnberg).

Moderation: Lena Pfeifer 


Lesungen:

Markus Ostermaier (München): Der Sandler, Amanda Lasker-Berlin (Frankfurt): Elijas Lied sowie Lesungen weiterer Autorinnen und Autoren des RLIF-Netzwerks

Sa., 2.10.2021, 10-15 Uhr

Gruppenrunde 
11-12.30 Uhr, Matinee: Lesung der 2 PEN-Writers in Exile


Do., 17.09.20 20:00 Uhr

Literarische Aneignung. Wer darf wie über wen schreiben?

Vortrag Saba-Nur Cheema
Statements Özlem Özgül Dündar, Ronya Othmann und Enno Stahl

Veranstaltungsort: Literaturforum im Brecht-Haus, Berlin In Kooperation mit Helle Panke e. V.

Angenommen, ein privilegierter weißer Autor erhält ein komfortables Schreibstipendium für einen Roman über eine indigene, mittellose Protagonistin. Oder eine Autorin aus Berlin-Mitte führt das Schicksal eines Obdachlosen in ihrem Roman zum Bestseller-Erfolg und räumt damit hoch dotierte Preise ab. Wann schlägt der Wunsch, für Unterdrückte, Deklassierte und Diskriminierte die Stimme zu erheben, um und wird zu einem nicht nur moralischen Problem? Welche Ansätze und Formen lassen sich unterscheiden, um über andere zu schreiben und deren Perspektiven einzunehmen?


Mi., 04.03.20 19:00 Uhr

Was heißt hier Alternative? „Alternative“ als Begriff

Vortrag Guillaume Paoli Statements Luise Meier, Norbert Niemann, Enno Stahl und Gerhild Steinbuch
Moderation Ingar Solty

Veranstaltungsort: Literaturforum im Brecht-Haus, Berlin
In Kooperation mit Helle Panke e. V.

Die Alternative muss immer relativ zu etwas Bestehendem gedacht werden, das nicht mehr auf uneingeschränkte Zustimmung trifft. Der Begriff „Alternative“ ist zunächst einmal neutral und nicht genuin links. Er steht einfach für „jenseits des Mainstreams“. Aktuell ist der Begriff vor allem von rechts aufgeladen. Was aber bedeutet das für Literatur und Kunst, die sui generis in einem engen Bezugsfeld zu alternativen Perspektiven, Weltentwürfen, Visionen, Lebens- und Denkformen stehen? Und wie lässt sich der Begriff „Alternative“ für kritische, libertäre und sozialemanzipatorische Positionen zurückgewinnen?

Die Statements werden vorab in der Tageszeitung (taz) abgedruckt.


17.09.19 19:00 Uhr

Poetik der Solidarität!

Vortrag Patrick Eiden-Offe, Statements Daniela Dröscher, Kathrin Röggla, Maxi Obexer und Ingar Solty
Moderation Christian Hippe und Birgit Ziener

Veranstaltungsort: Literaturforum im Brecht-Haus, Berlin In Kooperation mit Helle Panke e. V.

Der Appell an Solidarität hat Konjunktur und erscheint notwendiger denn je in einer Situation globaler gesellschaftlicher Verwerfungen. Was aber bedeutet Solidarität und solidarisches Handeln im Hinblick auf Sprache, Literatur und Kommunikation. Wie kann Literatur helfen, das Konzept von Solidarität zu prüfen, zu schärfen und zu unterlegen? Inwiefern ist Literatur, sofern sie für andere Erfahrungswelten sensibilisiert, ein prädestinierter Ort, den theoretisch komplexen Begriff von Solidarität zu profilieren und zugleich auch zu praktizieren?


20.08.19 – 19.09.19

Literatur im politischen Kampf. Schriftsteller in Revolution und Reaktion: Richtige Literatur im Falschen

Tagung

Veranstaltungsort: 80336 München, Schwanthaler Straße 64, DGB-Haus In Kooperation mit dem Kurt-Eisner-Verein und Ver.di, gefördert von der Stiftung Literatur, dem Bezirksausschuss des Stadtbezirks Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt, der Rosa-Luxemburg-Stiftung und dem P.E.N.

Im Zentrum der Debatte steht die Frage, wie heute Autorinnen und Autoren als politische Akteure in der aktuell sozial angespannten Situation sinnvolle Beiträge mit den ihnen eigenen Mitteln leisten können, um etwa der Bedrohung von rechts und den gesellschaftlichen Prekarisierungstendenzen entgegenzuwirken, die den Auftrieb der Rechten befördern.


28.03.19 19:00 Uhr

Schreiben gegen rechts!

Mit Enno Stahl, Jörg-Uwe Albig, Manja Präkels, Sandra Gugić und Thomas Wagner
Moderation: Christian Hippe und Birgit Ziener

Veranstaltungsort: Literaturforum im Brecht-Haus, Berlin In Kooperation mit Helle Panke e. V.

Was ist neu an der sogenannten „Neuen Rechten“? Warum gelingt es ihr – anders als der „Alten Rechten“ –, ihre Themen und Positionen im öffentlichen Diskurs zu verankern, sodass manche bereits mutmaßen, sie hätte die Diskurshoheit erlangt? Was bedeutet das für ein Schreiben über und gegen Rechts? Wie funktioniert die Sprache und Rhetorik der Rechten? Wie lässt sich sprachlich gegensteuern bzw. wie lässt sich die Sprache der Rechten dekonstruieren? Welche Nazi-Klischees greifen nicht mehr? Was bedeutet das unter darstellungstheoretischen Gesichtspunkten beim Schreiben? Kann Literatur einen Beitrag zum Kampf gegen Rechts leisten? Diese Fragen sind mehr als komplex, hier Antworten zu finden, dazu bedarf es eines längeren Prozesses. Eine Diskussionsrunde von engagierten Autor*innen im Rahmen der Netzwerkarbeit Richtige Literatur im Falschen will hier ansetzen.

Die Statements werden vorab in der tageszeitung (taz) abgedruckt.


20.09.18 19:00 Uhr

Linker Populismus. Kritisches Schreiben für die Masse?

Vortrag: Bernd Stegemann. Statements: Tanja Dückers, Kathrin Röggla, Ingar Solty und Raul Zelik
Moderation: Enno Stahl

Veranstaltungsort: Literaturforum im Brecht-Haus, Berlin In Kooperation mit Helle Panke e. V.

Die Vokabel „Populismus“ ist in aller Munde. Gemeinhin besitzt dieser Begriff einen negativen Beigeschmack, zumal er heute meist mit völkischem Unterton daherkommt. So erfolgreich die politische Rechte momentan Stammtischparolen für ihre Zwecke einzusetzen versteht, so ratlos zeigt sich bislang die Mehrheitsgesellschaft gegenüber dieser Strategie der Vereinfachung politischer und gesellschaftlicher Sachverhalte. Wäre es daher Zeit für einen Populismus von links, um die maßgeblichen Themen der Zeit auf eine fassliche Weise zu erklären, Begriffe wie „Volk“ und „Heimat“ umzudeuten oder auszuhebeln und damit die scheinbare Diskurshoheit der Rechten zu durchbrechen? Und was bedeutet das für die Literatur? Könnte auch Literatur als probates Instrument der massenhaften Aufklärung dienen, indem sie ebenso verständlich wie unterhaltend die zentralen politischen Kernbotschaften unters Volk bringt? Oder verriete sie damit ihre Integrität?

Die Statements werden vorab in der tageszeitung (taz) abgedruckt.


07.-09.06.18

Literatur in der neuen Klassengesellschaft

Tagung

Veranstaltungsort: Fritz-Hüser-Institut, Dortmund

Die Schere zwischen Arm und Reich geht immer mehr auseinander, trotz anhaltender Konjunktur. Jahr für Jahr bestätigen das neue Studien. Dennoch ändert sich nichts an dieser Dynamik. Wie reagiert eigentlich die zeitgenössische deutschsprachige Literatur auf dieses Dilemma? Welche Möglichkeiten hat sie überhaupt, einen Beitrag zu leisten oder gar auf die Einwicklung einzuwirken? Ist das Zeitalter der „literature engagée“ vorbei, ist realistisches Erzählen eine Methode der Vergangenheit?


13.05.17 19:30 Uhr

Symposium über Literatur in der (neuen?) Klassengesellschaft

Konzept: Enno Stahl, Ingar Solty, Stefan Schmitzer

Veranstaltungsort: Forum Stadtpark, Graz Veranstaltet von der Steirischen Gesellschaft für Kulturpolitik in Kooperation mit dem ­Forum Stadtpark

Nach zwei weithin wahrgenommenen Schriftsteller-Symposien über “Richtige Literatur im Falschen” (RLIF) 2015 und 2016 im Berliner Brechthaus soll es nun 2017 in Graz darum gehen, die Debatten zu „Realismus“ und „Zukunft“ zusammenzuführen. Konkrete soziale Verhältnisse in unserer ausdifferenzierten Klassengesellschaft sollen in den Blick genommen werden, um exemplarisch die Chancen eines neuen Realismus auszuloten und politische wie soziale Handlungsstrategien zu entwerfen. Leitlinie der öffentlichen Podiumsgespräche, bei denen Publikumsbeteiligung explizit erwünscht ist, werden kurze theoretische Statements der Diskutant_innen sein, aber auch konkrete literarische Beispiele, die zu den einzelnen Fragestellungen passen.


19.-21.05.16

Tagung

Zukunft – Literatur – Gesellschaft

Konzept Ingar Solty, Enno Stahl

Veranstaltungsort: Literaturforum im Brecht-Haus, Berlin In Kooperation mit Helle Panke e. V. und der Rosa-Luxemburg-Stiftung

Für alle sichtbar – und neuerdings ohne schamhafte Bemäntelung – tritt zutage, dass die Wirtschaftsordnung des globalen Kapitalismus nur einer sehr kleinen Gruppe von Menschen auf dem Planeten nützt, während sie die Chancen und Perspektiven der überwiegenden Mehrzahl einschränkt, was den Abbau von Demokratie und Freiheitsrechten ein-schließt. Wenn das immer so weiter geht (was nach Walter Benjamin die eigentliche Katastrophe wäre), welche Welt soll daraus entstehen? Eine Gesellschaft mit noch spitzeren Ellenbogen? Mit einem zum Grundprinzip erklärten Sozialdarwinismus? Oder gibt es andere Wege? Welche Rolle spielt in diesem Zusammenhang die Literatur? Wie wird sie beeinflusst durch die aktuelle Lage? Was kann sie selbst beeinflussen?


17.-18.04.15

Tagung

Schriftsteller – Kapitalismus – Kritik

Konzept Ingar Solty, Enno Stahl

Veranstaltungsort: Literaturforum im Brecht-Haus, Berlin In Kooperation mit Helle Panke e. V. und der Rosa-Luxemburg-Stiftung

In was für einer Welt leben wir eigentlich? Globale Wirtschafts- und Finanzkrise, Umverteilung von unten nach oben, fortgesetzte Ausbeutung der Ressourcen und Klimawandel, soziale Exklusion, wachsende Arbeitsbelastung – das sind nur einige Stichworte einer hochkomplexen Gemengelage. Wie kann man darüber literarisch schreiben? Können und müssen das Themen für die zeitgenössische Literatur sein? Gibt es überhaupt Auswege, der Integrationsfähigkeit des kapitalistischen Systems schreibend zu entkommen? Was ist die Rolle von Schriftstellern im globalen Kapitalismus? Lässt sich ein dauerhafter Arbeitszusammenhang von Autorinnen und Autoren organisieren?